Auch die schönste Frau ist an den Füßen zu Ende.

Playstation 2-Review: Black

05.03.2006 – Redakteur: Christian


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Die neue Shooterreferenz?

BlackIhr steht auf Schleichmissionen, wollt langsam durch die Gegend streunen und Gegner durch geschickt platzierte Fallen erledigen? Der Schatten ist Euer bester Freund und die Munitionsanzeige steht eigentlich immer bei Null? Dann lest erst gar nicht weiter, denn Black scheißt und schießt auf jede Konvention und bringt spannende Spielideen, gepaart mit unsagbar viel Munition, einer schier unendlichen Zahl an Gegnern und einer Atmosphäre die Ihres Gleichen sucht. Im neuen Spiel der Burnout-Entwickler von Criterion Games geht es rund. Kugelrund! Das von Electronic Arts vertriebene Spiel gilt als letzter großer Titel für die aktuelle Konsolengeneration. In der uns vorliegenden PlayStation 2-Version schlägt sich der Titel gut; sehr gut! Wie er sich spielt und was es zu beachten gibt, erfahrt Ihr an dieser Stelle.

Auftrag - Töten!; Die Story!

Euer Name ist Jack Kellar, Euer Auftrag ist bzw. war es, die Terrororganisation Seventh Way auszuschalten. Wieso ´war´ werdet Ihr Euch sicherlich fragen. Zu Beginn werdet Ihr in einer Filmsequenz zum Verhör gebracht. Dort angekommen, konfrontiert man Euch mit den Taten Eurer Vergangenheit. Zuviel von der sehr düsteren, verwobenen Geschichte möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Lediglich einige Eckdaten: Osteuropa, Terrororganisation, BLACK-Ops-Team, Söldner und eine Menge Action. Wer hinter all dem steckt und ob der Bösewicht am Ende das Zeitliche segnet, solltet Ihr selbst herausfinden.

Platzende Scheiben und knallende Köpfe - Die Grafik!

BlackDie Jungs und Mädels von Criterion Games wissen, wie man durch opulente Grafiken und unglaubliche Effekte das letzte bisschen Leistung aus der PlayStation 2 zieht. Wie sie mit der Burnout-Serie bereits beweisen konnten, machen die richtigen Effekte zur richtigen Zeit, ein Spiel durchaus interessanter und intensivieren das Erlebnis. Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass mir in meiner 16-jährigen Spielelaufbahn bisher kein Egoshooter untergekommen ist, der das Prädikat Effektbombe so sehr verdient wie Black. Überall explodieren Scheiben, detonieren Autos und dezimieren sich die Gegner. Schießt Ihr auf eine brisante Ladung, so dürft Ihr wenige Schüsse später die feinsten Explosionseffekte seit dem Vietnamkrieg bewundern. Grundsätzlich ist in Black fast alles zerstörbar, angefangen bei den herumstehenden Fahrzeugen, den Kisten, Telefonzellen und den Brettbeschlägen. Die Animationen der Charaktere sind ebenfalls gelungen, sie wirken flüssig und sehr detailliert.

Jede der Missionen bietet ein anderes Grafikset. Ihr beginnt in einer verlassenen Stadt, arbeitet Euch durch eine Silbermine, vorbei an einer Irrenanstalt und pflastert einen Wald mit Leichen. Die Licht- und Schatteneffekte sind hervorragend umgesetzt und bilden das Non-Plus-Ultra der aktuellen Konsolengeneration. Stellt Euch vor, Ihr befindet Euch im Sand. Das Licht blendet Euch von oben und Ihr hört Euren Gegner schreien, kurz danach wird geschossen. Doch von wo? Die Sonne sticht in Euren Augen und der aufgewirbelte Staub der Patronenhülsen, die vor Euch in den Sand fliegen, macht die Sache nicht leichter. Der vielleicht einfachste, aber mitunter imposanteste und atem(be)raubenste Effekt, ist der des Nachladens. Sobald Ihr Eure Munition auffrischt, konzentriert sich der Blick auf die Waffe, das bedeutet allerdings auch, dass alles hinter der Waffe verschwommen dargestellt wird. Ihr seid also für wenige Sekunden nahezu blind. Hier kommen wir allerdings auch schon zum ersten Grafikmanko, denn wenn man diesen Unschärfefilter einsetzt, dann sollte man das wirklich konstant machen, dreht man allerdings einen Schalldämpfer auf seine Waffe, so bleibt das Bild im Hintergrund scharf. Ein weiterer sehr gelungener Effekt ist der des langsamen Sterbens. Was hier grausam klingt, ist im Spiel sehr gut umgesetzt. Sobald sich Eure Lebensanzeige verringert und den kritischen Bereich betritt, wackelt das Bild ein wenig, die Farben ändern sich in flackerndes Schwarz/Weiß und das Bild wird eher träge. Über die nicht gerade abwechslungsreich gestalteten Gegner verliere ich kein Wort, denn Einheitskleidung gibt es quasi in jeder Armee. Oftmals entstehen Einschusslöcher da, wo sie nicht hingehören, wenn Ihr die Umgebung nach einem Kampf begutachtet, werden Euch Löcher an Stellen auffallen, wo sie garantiert nicht hingehören; im schlimmsten Fall an Euch. Insgesamt gesehen, ist die Grafik mit all ihren Effekten und Filtern die schönste was mir bei einem PlayStation 2-Shooter bisher untergekommen ist.

Krieg ist Scheiße, aber der Sound ist geil!

BlackWie gut der Sound wirklich ist, lässt sich an einem Beispiel verdeutlichen. Ich saß während des mehrmaligen Durchspielens oftmals mit Kopfhörern vor meinem Fernseher. Dies war zumeist maximal 30 Minuten möglich, da mein Hals danach vom Ducken und „Der-Kugel-Ausweichen“ weh tat. Kurzgesagt: Der Sound ist ein bombastisches und epochales Meisterwerk. Jeder von Euch, der eine gute Anlage besitzt und in den Genuss von Dolby Pro Logic 2 kommen kann, wird mir bereits nach einem Level zustimmen müssen, dass jedes Detail vom Nachlade-Sound der AK47 bis zu den von einer RPG zersplitterten Scheiben genau so klingt, wie man es sich als ehemaliger Zivi vorstellt. Wie bei den Grafikeffekten beschrieben, ist Jacks nahender Tod auch soundtechnisch sehr gut umgesetzt. Zu dem flackernden Bild kommen die immer dumpfer einschlagenden Geschosse sowie Euer Herzrasen. Die Sprachausgabe ist an und für sich, sowohl in den cineastisch präsentierten Echt-Schauspieler-Sequenzen als auch im Spiel, sehr überzeugend. Sollte man zuvor die englische Sprachversion ausgewählt haben, merkt man allerdings schnell, dass mehr rauszuholen gewesen wäre. Für jeden von Euch, der gutes Schulenglisch spricht, empfiehlt sich die englische Fassung des Spiels. Gefühle werden auch über die Sprache vermittelt und das kommt bei der deutschen Version ab und zu sehr emotionslos daher.


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