Das Detail macht den Unterschied zwischen Masse und Klasse!

Wii-Review: LostWinds

28.05.2008 – Redakteur: Daniel


Seite: 1 | Fazit

Wii-Spieler können manchmal ein verdammt verwöhntes Volk sein: Natürlich gibt es keine HD-Grafik á la PS3 oder X360, dafür soll alles, was dafür erscheint, hyperinnovativ sein und selbst im Hauptmenü mit Spielereien sondergleichen aufwarten. Nun, Innovation hin oder her, aber einige Spiele benötigen sie schlichtweg nicht, da das Spielkonzept eher evolutionärer Natur ist und aufgezwungene Fuchtelelemente gänzlich fehl am Platz sind. Noch unfairer wird es, wenn ein solcher Titel, der innovativ bzw. spaßig ist und zudem mit toller Grafik aufwartet, tatsächlich erscheint und keiner davon Notiz nimmt. So geschehen bei LostWinds.

Download-Perle

LostWindsVergesst die VirtualConsole-Perlen vom Schlage eines Super Mario 64 oder dergleichen – erst mit WiiWare, dem Download-Service von Nintendo für Wii-Exklusiventwicklungen, wird sich zeigen, inwiefern Entwickler mit großer Fantasie und kleinem Geldbeutel ihren geringen Etat ausschöpfen können, um kreative Titel anzubieten – via WiiWare und fast ohne Publicity. Im Fall von LostWinds wünschen wir uns schon jetzt einen möglichst großen Erfolg, denn der Titel selbst zeigt, was alles möglich ist mit wenigen MB und einem klaren Konzept. Hut ab schon jetzt vor dieser Leistung, die ihre knapp 10 € wirklich wert ist. LostWinds ist das Portal (PC, X360, PS3) für Nintendos Flaggschiff.

Von Toku, einem bösen Geist und dem Wind

LostWindsAlles fängt reichlich harmlos an. Toku, ein kleiner Junge, wird sanft vom Wind geweckt und folgt prompt einer Stimme zu einem Schrein, in dem der Windgeist Enril gefangen wurde - zumindest zu einem Teil. Denn aufopferungsvoll hat sich Enril dem bösen Balzac gestellt, der vor Urzeiten die Insel des kleinen Toku und seiner Freunde versenken wollte, und den Bösewicht in einem Stein eingeschlossen, in dem sich Enril bis eben auch befand. Doch Balzac ist dermaßen mächtig geworden, dass er sich von einem Teil des Steines lösen konnte und nun muss Enril in seiner seelenhaften Erscheinung die Unterstützung Tokus sichern, um das Ende der Insel abzuwenden. Vor euch liegen einige unterhaltsame Stunden mit vielen Rätseln, Gegnern und netten Story-Wendungen, die niemanden umhauen, aber dafür schlicht und einfach gut unterhalten.

Wii-Allerlei

LostWindsToku steuert ihr mit dem Stick des Nunchuk. So simpel das ist, so intuitiv ist auch das Lenken Enrils. Mit einem bunten Cursor-Symbol steuert ihr den Wind kreuz und quer über den Bildschirm, könnt mit A und einem zackigem Schwung Gegenstände pflücken, Gegner an die Wand schleudern oder mit Hilfe des B-Knopfes Flammen per Sog zum Abfackeln von Hindernissen verwenden sowie Pflanzen mit Wasser gießen. Die Grundelemente lernt ihr in den ersten 20 Minuten und könnt euch in Ruhe damit vertraut machen. Hektik kommt zu keinem Zeitpunkt auf. Dafür sorgen der idyllische und abwechslungsreiche Grafikstil mit wunderbaren Überblendeffekten, der atmosphärische Soundtrack, die verdammt niedlichen Animationen und die leicht ansteigende Lernkurve. Selbst wenn Toku das Zeitliche segnet, reichen einige Streicheleinheiten mit dem Wind und er steht wieder fit auf der Matte – einen „Game Over“-Bildschirm gibt es also nicht.

Die Rätsel selbst, die es zuhauf im Spiel gibt, sind für den ein oder anderen Gehirnschmalzbrocken gut, im Großen und Ganzen nach einigen Sekunden lösbar oder zumindest in Ansätzen zu erkennen. Eine Hilfefunktion weist euch auf das nächste Ziel hin und die Dialoge in Tokus Heimatdorf geben auch den ein oder anderen Hinweis auf versteckte Orte. Die Steuerung ist dabei der größte Freund des geneigten Wii-Zockers, denn sie ist weder überladen, noch zu simpel, um nicht für die Wii gemacht zu sein. Das einzige Element, was Tokus Abenteuer fehlt, ist eine angemessene Spielzeit. Nach knapp vier Stunden seht ihr den Abspann – und wünscht euch, dass es einen Nachfolger geben wird. Versprochen.


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