28.03.2008 – Redakteur: Jan
Der Name Las Vegas übt nicht nur für Glücksspielsüchtige einen ganz besonderen Reiz aus. Die Glitzer und Glamourstadt in der Wüste lockt jährlich Millionen von Touristen an und ist Schauplatz vieler bekannter Filme, Serien und Shows. Seit dem Herbst 2006 haben auch wir Videospieler die Stadt der Sünde in unser Herz geschlossen, schließlich haben wir alle im Actionhit Rainbow Six: Vegas die Stadt von bösen Terroristen befreit. Doch da man eine gute Story immer zweimal erzählen kann, schickt euch Ubisoft nun zurück in die Glücksspielhochburg und lässt euch die Geschehnisse von damals aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Willkommen in Rainbow Six: Vegas 2.
Erneut erlebt ihr also, wie Terroristen überall in Vegas Geiseln nehmen und Bombensprengungen vorbereiten. Als Anführer des Rainbow-Eliteteams müsst ihr die Aktivitäten der Bösen natürlich stoppen. Ihr spielt fortan den Gruppenführer Bishop, der meist zwei weitere Kollegen unter seiner Regie hat. Nach einem kurzen Intermezzo in den französischen Alpen, das als Tutorialmission dient, werdet ihr sogleich nach Las Vegas gerufen. Ein atmosphärischer Rundflug über die Stadt (leider bei Tageslicht) macht euch auf die kommenden Einsätze scharf, kurze Zeit später müsst ihr euch bereits von Bord des Helis abseilen und seid mit dem Team auf euch allein gestellt. Nun gut, ganz hilflos sind Rainbow-Agenten auch nicht. Denn ein mächtiges Waffenarsenal steht euch zur Verfügung, darunter verschiedene Maschinengewehre, Pistolen, Sturmgewehre oder Scharfschützengewehre. Zudem erleichtern einige Zusatzwaffen das Vorankommen und erweitern euren taktischen Spielraum. Wollt ihr den Feind beispielsweise blind machen, werft ihr eine Rauch- oder Blendgranate, noch gefährlicher sind die Brandbomben.
Um Munitionsknappheit müsst ihr euch keine Gedanken machen, regelmäßig kommt ihr an Nachschubboxen vorbei, an denen ihr nicht nur neue Patronen mitnehmt, sondern bei Bedarf eure gesamte Ausrüstung dem nächsten Missionsziel anpasst. Selbst eure Kleidung spielt eine Rolle. Ihr entscheidet, ob ihr lieber beweglicher sein wollt oder gut gepanzert. Es ist sogar möglich, die Farbe der Klamotten zu verändern, um sich beispielsweise auf einem hellen Dach nicht als schwarzer Mann abzuheben. Letzteres ist aber eher eine nette Spielerei, die allenfalls im Mehrspielermodus interessant ist, in der Solokampagne aber unnötig. Die Steuerung der Schießeisen funktioniert genauso wunderbar wie im ersten Teil. Per Druck auf den Analogstick könnt ihr die Ansicht ein wenig heranzoomen oder über Kimme und Korn zielen. Seid ihr in Bewegung, wird das Fadenkreuz nicht eingeblendet und eure Schüsse sind dementsprechend ungenau. Da euer Held nur wenig aushält müsst ihr ohnehin laufend Deckung suchen, das kann eine Mauer, ein Glücksspielautomat oder auf der Straße ein Auto sein. Während ihr euch in der Deckung befindet, könnt ihr entweder blind auf die Feinde ballern oder kurze Zeit die Deckung verlassen und gezielter schießen. Letzteres ist manchmal wie beim Vorgänger etwas ungenau, da ihr den Stick stets nach oben oder rechts und links halten müsst, während ihr mit demselben Stick auf den Feind zielt. Mit ein wenig Übung spielen sich die Schusswechsel in Vegas 2 aber nahezu perfekt.
Taktische Tiefe bringen eure beiden Teamkameraden ins Spiel. Diesen dürft ihr über das Digikreuz einfache Befehle erteilen. Dazu gehört etwa die Stellung zu halten oder ihr schickt sie per Zielcursor und gedrückter A-Taste zu einem bestimmten Ort. Wählt ihr hierbei eine Tür an, nehmen die Kollegen vor dieser Aufstellung und warten auf weitere Befehle. Dann liegt es an euch, ob die Mitkämpfer den Raum hinter der Tür stürmen oder zuvor eine Blend- oder Handgranate hineinwerfen sollen. Alternativ könnt ihr mit eurem Helden auch eine zweite Tür oder ein Fenster suchen, das in denselben Raum führt und dann zeitgleich mit den Kameraden den Feind unter Beschuss nehmen. Derartige taktische Winkelzüge müsst ihr regelmäßig hinlegen, sonst habt ihr gegen die einigermaßen cleveren aber vor allem ziemlich sicher schießenden Terroristen keine Chance, in der Unterzahl seid ihr sowieso fast immer.
Bei all der Taktik kommt die Action aber nicht zu kurz. Ihr liefert euch zahlreiche Feuergefechte mit den Bösewichtern, befreit Geiseln oder entschärft in letzter Sekunde eine Bombe. Doch das Rainbow-Team hat keine Superkräfte. So kämpft ihr euch fast eine Stunde durch ein Freizeitcenter mit Turnhallen, Kletterraum und Umkleidekabinen, eh ihr endlich eine Multifunktions-Arena auf der anderen Straßenseite erreicht, nur um dort festzustellen, dass ihr die dort eingesperrten Geiseln nicht mehr retten könnt, die Terroristen haben fieserweise Giftgas eingesetzt. In solchen dramatischen Momenten hat die Story ihr Stärken, insgesamt hatten wir aber den Eindruck, dass die Geschichte im Vorgänger etwas spannender erzählt wurde. Das mag aber auch schlicht daran liegen, dass ihr in Vegas 2 im Grunde dieselbe Story vorgesetzt bekommt. Problematisch ist es außerdem, dass viele wichtige Details per kleiner Videobotschaft den Weg auf den Bildschirm finden, ihr aber oft diesen Informationen gar nicht folgen könnt, wenn ihr euch gerade mitten in einer Schießerei befindet.
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