19.03.2008 – Redakteur: Sven
Bei den Spiderwick-Geheimnissen handelt es sich um eine Fantasy-Buchreihe der Autorin Holly Black. Vorrangig jüngere Leser tauchten bisher in die mysteriöse Welt der Elfen und Kobolde ein, in der die drei Geschwister Jared, Simon und Mallory etliche Gefahren überstehen mussten. Passend zum Kinofilm Die Geheimnisse der Spiderwicks, bei dem es sich eher um einer Zusammenfassung der Romane handelt, veröffentlichte Vivendi Games ein gleichnamiges Action-Adventure. Entwickelt wurde der Titel von den Stormfront Studios, die offenbar dazu verdammt wurden, Umsetzungen von Filmen zu produzieren. Erwartet uns nach dem guten Herr der Ringe – Die Zwei Türme und dem eher mauen Eragon endlich wieder ein schönes Abenteuer von der kalifornischen Schmiede?
Ich möchte vorweg gestehen, dass ich den Kinofilm bisher nicht gesehen habe und auch die Bücher nicht kenne. Umso erfreuter war ich, als ich die ersten Szenen des Spiels zu Gesicht bekam. Denn die Story wird in Die Geheimnisse der Spiderwicks richtig gelungen erzählt. Dank eines Mixes aus Film-Sequenzen und computergenerierten Animationen werdet ihr direkt in die Fantasy-Welt katapultiert, auch der rote Faden bleibt fortlaufend erhalten. Dadurch versteht ihr die Hintergründe sehr schnell, was auf jeden Fall einen Atmosphäre-Bonus darstellt. Andere Film-Versoftungen können sich hier ein Beispiel nehmen. Allgemein dreht sich alles um die drei Kids Jared, Simon und Mallory, die mit ihrer Mutter in das uralte Spiderwick-Anwesen ihrer Großtante ziehen. Als Jared durch Zufall das geheime Handbuch von Arthur Spiderwick findet, bahnt sich eine Katastrophe an. Denn wer dieses Werk liest, erfährt von einer ungesehenen Welt im eigenen Umfeld. Schnell entdecken die drei frisch gebackenen Helden, dass es in dieser nicht nur friedliche Elfen und Waldgeister gibt, sondern auch fiese Kobolde, die einem bösartigem Oger dienen.
Auch wenn die Geschichte vermutlich eher kleinere Leser, Filmschauer bzw. Spieler ansprechen soll, so hat sie mir mit meinen fast 30 Jahren gefallen. Sie ist sympathisch, durchaus spannend und geht entfernt vielleicht doch ein wenig Richtung Harry Potter und Co. Tragisch ist das sicher nicht.
Die Geheimnisse der Spiderwicks ist im Kern ein Action-Adventure, das erstaunlicherweise recht viel Wert auf Rätsel und Puzzles legt. Ihr übernehmt nach und nach die Rollen der drei Protagonisten, welche selbstverständlich über individuelle Fähigkeiten verfügen. Das Mädel Mallory ist eine Meisterin beim Fechten, Jared kann gut mit einem Baseball-Schläger umgehen und Simon ist wohl ein cleverer Bursche, denn er bastelt sich u.a. eine Pistole selbst im besten Macgyver - Stil zusammen. Gerade dann, wenn ihr mit Simon unterwegs seid, durchforstet ihr Gebiete, um praktische Gegenstände zu entdecken, die teils automatisch zu besseren Waffen oder anderen Hilfsmitteln zusammen gefügt werden. Jederzeit könnt ihr in dem Handbuch nachlesen, welche Objekte miteinander verbunden werden können bzw. was aktuell ansteht. Nett ist weiterhin, dass die Rätsel im Spiel eigentlich immer sehr logisch sind, vom Schwierigkeitsgrad aber durchaus Genreneulinge fordern.
Ihr könnt zwar das Spiderwick-Anwesen nach eigenem Belieben erforschen und sogar in naheliegende Gebiete wandern, trotzdem ist der Verlauf absolut linear. Dinge könnt ihr erst aufnehmen, wenn ihr in der Story einen bestimmten Punkt erreicht habt, und wird eine Aufgabe nicht sofort gelöst, geht es schlicht nicht weiter. Die spielerische Freiheit wird einem nur vorgegaukelt, was vielleicht den überraschend geringen Umfang kaschieren soll. Denn auf dem niedrigsten der drei Schwierigkeitsgrade benötigt ihr kaum mehr als sechs Stunden, um das Ende zu erleben. Es sei denn, ihr verfügt über einen schlechten Orientierungssinn und verlauft euch in den überschaubaren Gebieten.
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